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B-Plan „Am Badeteich“

B-Plan „Am Badeteich“

Kategorie: Artenschutz

Projektname: Erstellung eines Artenschutzrechtlichen Fachbeitrages für den Bebauungsplan „Am Badeteich“; Gemeinde Bennewitz
Auftraggeber: Herr Pommer, Taucha
Plangebietsgröße: 10,5 ha
Zeitraum: Mai bis August 2018

Die Gemeinde Bennewitz beabsichtigte im Ortsteil Altenbach die Aufstellung eines Bebauungsplanes. Das circa 1 ha große Gebiet soll als Allgemeines Wohngebiet mit einer Grundflächenzahl von 0,3 ausgewiesen werden. Eine Überschreitung der zulässigen Grundfläche im Sinne des § 19 Abs. 4 BauNVO wird zugelassen, womit maximal 45 % der Baugrundstücksfläche überbaut werden kann.
Darüber hinaus ist die Ausweisung von Straßenverkehrsflächen mit besonderer Zweckbestimmung vorgesehen.
Das Plangebiet liegt innerhalb der Ortschaft Altenbach und stellt sich als Siedlungsbereich dar. Die Grundstücke werden als Wohn-, Wochenendhaus- und Gartengrundstücke genutzt. Ein hoher Anteil an Garten- und Grabeland bzw. Rasenflächen ist charakteristisch. Neben Obstbäumen ist ein hoher Anteil an Nadelbäumen kennzeichnend. Zum Teil sind die Grundstücke mit Hecken oder Baumreihen aus Nadelbäumen eingefasst. Im Süden und Südwesten des Flurstückes 203/29 befindet sich eine Baustelle. Offener Boden, Materialablagerungen bzw.- Aufschüttungen zum Beispiel aus Sand und kleinflächige Ruderalfluren sind hier anzutreffen. Befestigte Flächen stellen sich als Zuwegungen zu den Grundstücken, kleinere Plätze und Wege dar. Bei den Gebäuden handelt es sich um Wochen-end- und Wohnhäuser, Carports, Schuppen bzw. kleinere Unterstände. Insgesamt herrscht eine hohe Pflegeintensität und ein hohes Störpotential auf den Flächen vor.
Das Plangebiet liegt zum Teil innerhalb des Landschaftsschutzgebietes „Großsteinberg-Ammelshain“. In einer kürzesten Distanz von ca. 80 m befinden sich im Westen und Südwesten das FFH-Gebiet „Teich- und Waldgebiete um Machern und Brandis“ sowie das SPA-Gebiet „Laubwaldgebiete östlich Leipzig“.
Aufgrund der Biotopausstattung und der Nähe zu den Schutzgebieten war ein Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag zu erstellen.
Als Grundlage für die Artenschutzrechtliche Prüfung waren eine Brutvogelkartierung und eine Flächennutzungs- und Biotopkartierung zu erbringen. Auch wurde der Baumbestand erfasst und auf artenschutzrechtlich relevante Strukturen überprüft. Da zwei höhlenreiche Einzelbäume als (potentielle) Quartiere für baumbewohnende Fledermausarten kartiert wurden, war es notwendig diesbezüglich eine spezielle Vermeidungsmaßnahme zu entwickeln. Die Vermeidungsmaßnahme legte fest, dass ein Baum, welcher sich außerhalb des Baufensters befindet, zum Erhalt festzusetzen ist. Um den anderen Baum mit Baumhöhle erhalten zu können, wäre eine Reduktion des Baufensters nötig. Für den Fall, dass ein Erhalt des Baumes aus begründeten (!) städtebaulichen Erfordernissen nicht möglich ist, erarbeitete die IB HAUFFE GBR eine Regelung, zur Aufnahme als Festsetzung in den B-Plan, welche die ausnahmsweise Fällung des Baumes im Beisein einer ökologischen Fällbetreuung zulässt.
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