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Bebauungsplan Sassenscheidt

Bebauungsplan Sassenscheidt

Kategorie: Artenschutz

Projektname: Artenschutzrechtlicher Fachbeitrag für den Bebauungsplan „Sassenscheidt-Gewerbegebiet Zwenkauer Straße OT Kulkwitz“
Auftraggeber: urban management systems GmbH, Leipzig
Plangebietsgröße: ca. 7,7 ha
Zeitraum: 2015/2016

Das Plangebiet befindet sich in räumlicher Nähe zu dem FFH - Gebiet „Kulkwitzer Lachen“ (kürzeste Distanz: 460 m im Süden) und dem Naturschutzgebiet (NSG) „Kulkwitzer Lachen“. Die Grenze des NSG verläuft in ca. 20 m Entfernung in südwestlicher Richtung. Zwischen dem Plangebiet und dem NSG verläuft die B 186 und ein Radweg. An der nordöstlichen Grenze des Plangebietes weist der Flächennutzungs- und der Landschaftsplan die Lage eines geschützten Biotopes aus. Im Bestand befindet sich an dieser Stelle ein Landröhricht, welches die Kriterien für ein geschütztes Biotop nach § 30 BNatSchG erfüllt.
Aufgrund der Nähe zu den Schutzgebieten und der derzeit im Bestand vorhandenen Biotopausstattung sollten in einem Artenschutzrechtlichen Fachbeitrag, insbesondere die Arten (-gruppen) Zauneidechse, Amphibien und Vögel betrachtet werden.
Als Datengrundlage für den Artenschutzrechtlichen Fachbeitrag erfolgten im Frühjahr 2015 Erfassungen der Artgruppen Amphibien und Reptilien sowie eine Brutvogelkartierung innerhalb des Plangebietes. Die Ortsbegehungen wurden darüber hinaus dazu genutzt, das Plangebiet hinsichtlich seiner Bedeutung als Lebensraum einzuschätzen. So wurden die Gehölze auf das Vorhandensein von artenschutzrechtlich relevanten Strukturen (Höhlen, Spalten, abblätternde Rinde etc.) untersucht. Ebenfalls fand eine Suche von Großvogelhorsten statt. Auch wurde das Untersuchungsgebiet hinsichtlich des Vorkommens von besonders und streng geschützten Pflanzenarten abgesucht. Weiterhin standen die im Rahmen der Erstellung des Umweltberichtes erhobenen Aufnahmen zu Pflanzen und Biotoptypen innerhalb des Plangebietes zur Verfügung.
Im Ergebnis der Datenrecherchen und der Geländeaufnahmen stand fest, dass die Zauneidechse innerhalb des Plangebietes vorkommt. Auch konnte das Vorhandensein einiger Brutvögel mit hervorgehobener artenschutzrechtlicher Bedeutung nachgewiesen werden. Die ursprünglich vorgesehene gesamte Ausweisung des Plangebietes als Gewerbegebiet war nicht möglich, da für die nachgewiesene Zauneidechse Flächen im unmittelbaren räumlichen Umfeld und im funktionalen Zusammenhang zu ihrer derzeitigen Fortpflanzungs- und Ruhestätte gefunden werden mussten. Im Ergebnis gelang eine Lösung zwischen artenschutzrechtlichen Konflikten und den Planungsabsichten des Auftraggebers.
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